Legierungen

Jedes Paar sollte sich ganz genau überlegen, wie die Ringe aussehen sollen, die zur Hochzeit getauscht werden. Welches Metall gefällt? Sollen die Ringe in kostbarem Weiß schimmern (die edelste Variante ist Platin) oder warm und schmeichelnd glänzen (Gelbgold oder Rotgold) ?
 
LEGIERUNGEN:
 
Wissenswertes zu Legierungen
 
Was ist eine Legierung?
 
Unter Legierung versteht man die homogene Verschmelzung verschiedener Metalle.
 
Für Schmuckzwecke werden Edelmetalle legiert, um die chemischen (Reinheit), physikalischen (Gewicht, Härte) oder farblichen Eigenschaften des Materials zu ändern oder auch den Preis des zu erstellenden Schmuckstückes anzupassen. Am häufigsten werden die Legierungen 333. 585, 750, 925, 950 verwendet. Beispiel  der Legierung „585“ Man sich das so vorstellen, dass von 1000 Anteilen des Rings, 585 Teile Feingold (= reines oder pures Gold) und 415 Teile Silber und Kupfer (=Legierungszusatz) zusammen geschmolzen werden. Diese Legierung in diesem Beispiel nennt man dann 585/-Gold.
 
Was ist Rotgold?
 
Will man z. B. Rotgold herstellen, besteht, wenn wir bei diesem Beispiel bleiben, der Feingoldanteil nach wie vor bei 585 Teilen. Beim Legierungszusatz wird aber der Kupferanteil erhöht, so dass die fertige Legierung dann rötlicher aussieht.
 
Was ist Weißgold?
 
Will man Weißgold herstellen, bleibt bei unserem Beispiel der Feingoldanteil wieder bei 585 Teilen. Da es aber kein weißes Gold gibt und die reine Verwendung von Silber als Legierungszusatz nicht ausreicht, um die Gesamtlegierung weiß zu färben, wird zusätzlich zu Silber und Kupfer noch Palladium hinzulegiert. Der Anteil des Palladiums beträgt dann ca. 8 bis 14%. Palladium ist ein hochwertiges, chemisch sehr resistentes und reines Edelmetall, das im chemischen Periodensystem der Platingruppe zugeordnet wird. Da es relativ teuer ist und der Schmelzpunkt erheblich höher als bei Gold und Silber, ist es aufwändiger zu legieren, weshalb die Weißgoldlegierungen meistens ca. 10 bis 15% teurer sind als Gelb- und Rotgold.
 
Was ist Platin?
 
Platin wird handelsüblich meist in der Legierung 950 hergestellt. Sie wissen jetzt also schon, dass dieses „950“ sehr rein ist. Es sind hier also nur 50 Teile Kupfer oder Wolfram zulegiert. Da Platin von Haus aus in den Tageskursen der Edelmetallbörsen fast immer das doppelte kostet wie Feingold, kann man sich leicht ausrechnen, warum Platinschmuck wesentlich teurer ist. Außerdem hat Platin ein noch höheres spezifisches Gewicht (früher nannte man das im Unterricht „Dichte“) als Gold.
 
Wenn ich also zusammenfasse:  Platin ist schwerer als Gold, wird in sehr hoher Reinheit legiert und der Platinkurs liegt deutlich über dem Goldkurs.
 
Was ist Silber?
 
Die Legierung 925 ist die international gängigste Silberlegierung. Silber wird also auch sehr rein oder hoch legiert. Man nennt das 925er Silber auch „Sterlingsilber“. Die allermeisten Trauringe werden nicht in Silber hergestellt, da es sehr weich ist, keine beständige Wertigkeit hat und je nach Hauttyp auch oxidieren kann, weil Silber bei weitem nicht so „edel“ ist, wie Gold oder Platin. Was ist 14 oder 18 Karat?8, 14 oder 18 Karat sind die ausländischen Bezeichungen für 333, 585 und 750.
 
Wenn ein Schmuckstück in Karat gestempelt ist, können Sie davon ausgehen, dass es im Ausland (meist Türkei, Griechenland, Arabische Staaten) gefertigt wurde. Dies bedeutet nicht automatisch, dass diese Stücke schlecht sind! Man kann aber trotzdem häufig sehen, dass dort weniger Sorgfalt auf Verschlüsse etc. verwendet wird. In Deutschland gibt es seit 1884 ein „Stempelgesetz“ (gibt es auch in England, Schweiz etc), in dem verlangt wird, dass bei uns hergestellte Edelmetallwaren in sogenannten „Tausendteilen“ gestempelt werden müssen. Dies ist sehr viel genauer als die Karat-Stempelung und stellt auch einen Verbraucherschutz dar, da die Stempelung nicht mehr als 5 Tausendteile abweichen darf.
 
Was ist für mich die richtige Legierung?
 
Das hängt von Ihrem Geschmack und natürlich auch dem Geldbeutel ab. Die am häufigsten verwendete Legierung bei Trauringen ist die 585er. Diese Legierung ist etwas härter als z.B. 750 Legierungen. Bitte aber nicht überschätzen. Härte ist relativ und der Unterschied ist nicht sehr groß!
 
Bei Gelbgoldlegierungen ist die Farbintensität von 750er Gold im Vergleich mit 585er Gold doch wesentlich deutlicher. Außerdem ist das 750er Gold aufgrund der höheren Legierung auch schwerer und wertvoller. Bitte merken Sie sich: Edelmetalle sind nicht edel, weil sie teuer sind, sondern weil sie chemisch so rein sind. Unter chemischer Reinheit versteht man die Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen. Wenn man also von römischen Schwertern bei Ausgrabungen nur mehr Fragmente findet und daneben eine unversehrte Goldmünze, die genauso zweitausend Jahre in der Erde gelegen hat, wissen Sie um die edlen oder unedlen Eigenschaften dieser beiden Metalle. Komischerweise hat der „liebe Gott“ die Erde so geschaffen:   Je reiner oder edler die Metalle sind, desto seltener kommen sie auch in der Erdkruste vor.